Essbares Periodensystem der chemischen Elemente aus Mini-Muffins

Jedes Jahr stehe ich wieder vor dem Problem, was backe ich nur zu meinem eigenen Geburtstag? Bei anderen Personen fällt es mir meist deutlich leichter. Da dieses Jahr auch noch ein runder anstand, wollte ich etwas ganz besonderes machen und zusammen mit meinen Arbeitskollegen diesen Tag gebührend feiern.

Nach längerem Überlegen bin ich auf die Idee gekommen, ich könnte doch meine Ausbildung in Form eines Kuchens darstellen. Es stand also fest ich backe ein Periodensystem der chemischen Elemente aus Mini-Muffins.

Nun ging es also an die große Planung, wie setze ich das richtig um und vor allem mit was werde ich die ganzen Muffins gestalten, sodass das Periodensystem der chemischen Elemente auch erkennbar ist. Grundvoraussetzung war jedoch, dass alles was ich benutzen werde essbar ist.

Der erste Schritt war die Gestaltung der Beschriftung. Eine Glasur aus Schokolade oder Cake Melts fand ich aufgrund der vielen Farben die ich benötigt habe einfach zu schwierig und aufwendig. Auch hatte ich Angst, dass das Ganze dann nicht so gleichmäßig werden würde. Daher habe ich mich für Fondantdeckel entschieden.

So sah mein Arbeitsplatz aus und das war auch etwa die Menge an Fondant die ich verarbeitet habe. Mit dabei war natürlich immer meine Vorlage. Bei meiner Recherche habe ich sogar noch etwas gelernt über die neuen Elemente. Wieder musste ich feststellen, dann jeder im Leben nie auslernt.

Am ersten Abend (1) wurden daher 118 Fondantdeckel in den verschiedensten Farben hergestellt und mit Hilfe eines runden Ausstechers vorbereitet. Diese durften nun einen Tag bis zum Beschriften an der Luft durchtrocknen.

Am nächsten Abend (2) sollten die Fondantdeckel beschriftet werden. Auch hier gab es wieder verschiedenste Möglichkeiten, welche ich vorher einmal ausprobiert habe.

Mir standen einige Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Zuckerschrift (z.B. Dr. Oetker)
  2. Schokolade zum Beschriften in der Tube (z.B. Dr. Oetker)
  3. Puderzuckerglasur (eingefärbt)
  4. ein Lebensmittelstift oder
  5. geschmolzene Schokolade aus dem Spritzbeutel

Als Testpersonen habe ich meine Eltern genutzt. Zusammen haben wir entschieden, dass ich Schokolade schmelze, in einen Gefrierbeutel fülle und damit die Fondantdeckel beschriften werde. Das Ergebnis war einfach das beste und es sah sehr gleichmäßig aus.

Mit der Zuckerschrift und der Schokolade zum Beschriften in der Tube war einfach keine saubere Schrift möglich. Die Puderzuckerglasur ist mir immer zu dick geraten und der Lebensmittelstifft war vom Schriftzug her zu dünn. Obwohl ich die dicke Seite des Stiftes gewählt hatte.

Am nächsten Tag (3) stand dann das große Backen an. Es mussten schließlich 118 Mini-Muffins gezaubert werden. Ich habe mich für meine Mini-Zitronen-Muffins entschieden.

Dank meiner tollen Backform, konnte ich immer 24 Stück auf einmal backen. Für den Teig habe ich die 10-fache Menge meines Rezeptes angerührt, aber immer in Etappen natürlich. Meine Küchenmaschiene durft deutlich ackern.

Am Schluss sind es dann ein bisschen mehr als die benötigte Menge am Mini-Zitronen-Muffins geworden, aber so konnte ich zum einen Auswählen, welche ich weiter verarbeite und zum anderen auch noch den einen oder anderen pur direkt vernaschen.

Am letzten Tag (4) mussten alle Komponenten noch zusammengefügt werden. Die Mini-Zitronen-Muffins habe ich mit angerührter Zuckermasse auf dem Boden des Kartons befestigt, sodass sie mir beim Transport nicht verrutschen und die Fondantdeckel wurden ebenfalls damit befestigt.

Mit der Galerie könnt ihr euch noch einen genaueren Überblick über das Ganze machen.

An meinem Geburtstag selber stand mir jedoch noch die größte Herausforderung bevor. Wie bekomme ich das essbare Periodensystem der chemischen Elemente heil und unversehrt in die Arbeit zu meinem Kollegen. Die erste Hürde war den riesigen Karton einmal quer durch unser Treppenhaus und der Tiefgarage zu meinem Auto zu bekommen. Da der Karton zu groß für den Kofferraum war, musste ich ihn auf die Rückbank meines Autos stellen. Ich glaube ich bin, seit meiner Fahrschule, nicht mehr so brav und sanft durch die Stadt gefahren. Bei jedem Bremsvorgang und jeder Kurve hatte ich Panik, dass nicht alles heil ankommen wird. Aber ich hatte Glück, bis auf zwei abgelöste Fondantdeckel ist alles heil geblieben.

Meine Arbeitskollegen hatte ich nur zu Kuchen und einem Glas Sekt eingeladen. Keiner wusste, was es wirklich geben würde und als dann alle versammelt waren, habe ich das Geheimnis gelüftet. Die Begeisterung war riesig. Jeder meinte sofort das passt einfach zu mir und dann wurde es wirklich interessant. Zunächst hat sich keiner an die Mini-Zitronen-Muffins getraut, aber irgendwann wurde die chemischen Elemente immer mehr zum Gesprächsthema und es wurde einige Theorien aufgestellt wer was essen darf:

  • man dürfe nur die Elemente essen, welche derjenige auch benennen kann
  • ein Arbeitskollege hat sich einen Giftcocktail gemischt
  • ich selbst habe mir erstmal Gold (Au, weil es wertvoll ist), und meine Initialen C (Kohlenstoff) und H (Wasserstoff) ausgesucht
  • ein anderer Kollege wollte nur Elemente, welche etwas mit Batterien zu tun haben und
  • der andere wollte wiederum etwas haben, womit galvanisiert werden kann

jeder hat damit versucht sich selbst in den Elementen widerzuspiegeln.

Ich hätte am Anfang wirklich nicht gedacht, dass ich mit meinem Geburtstagskuchen soviel Gesprächsstoff entwickle. Nach einiger Zeit sah es allerdings dann auch schon so aus:

Nachdem alle meine Kollegen gesättigt waren und ich selbst auch keine mehr essen konnte, durften sich meine Studenten an den letzten Exemplaren erfreuen.

Ich bin immer noch sehr begeistert, dass ich meine am Anfang doch leicht verrückte Idee so gut umsetzen konnte und sie soviel Anklang gefunden hat. Jetzt gehen natürlich schon im Kopf die ersten Überlegungen los, was ich bei meinem nächsten runden Geburtstag machen könnte, aber bis dahin vergeht zum Glück noch ein bisschen Zeit.

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